Im wachsenden Siedlungsgefüge des Bezirks Selçuklu in Konya gelegen, wurde die Akademie für Entwicklung und Technologie als multifunktionaler Kultur- und Bildungsbau konzipiert, der eine öffentliche Investition mit dem Alltag der Region verbindet. Das im Auftrag der Gemeinde Selçuklu entwickelte Projekt beruht auf einem Programm, das Bildung aus dem Klassenzimmer heraus in Werkstätten, Bühnen und Labore trägt; entstanden ist ein 3.551 m² großes Gebäude, in dem junge Menschen Technologie, Handwerk und künstlerische Tätigkeiten begegnen.
Ausgangspunkt des Entwurfs war die Verbindung zweier gegensätzlicher Geometrien in einem einzigen Baukörper. Die scharfkantige, dynamische Form der Eingangshalle wurde bewusst mit der großen, runden Masse kontrastiert, in der sich die Hauptveranstaltungsräume befinden; dieser Kontrast verstärkt zusammen mit der Fassadengestaltung die Wirkung des Gebäudes im städtischen Maßstab. Während jede Funktion einen eigenständigen Teil des Gebäudes bildet, wurde an den Übergängen zwischen den Innenräumen ein weiches, durchgehendes Grundrissschema angewendet. Eingangshalle, Konferenzsaal, Werkstätten und Clubgeschosse werden im Grundriss durch kreisförmige Segmente mit unterschiedlichen Radien voneinander unterschieden; an den Schnittstellen dieser Segmente entstehen durchlässige Zwischenräume mit fließenden Grenzen.
Die Fassade trägt den deutlichsten kulturellen Bezug des Projekts. Die zwei Geschosse umhüllenden, aus seldschukischen geometrischen Motiven abgeleiteten Lochblechpaneele sind kein rein dekoratives Element; sie bilden eine funktionale Schicht, die je nach Sonnenstand das ins Innere fallende Licht steuert und gleichzeitig die lokale Identität des Gebäudes mit der Silhouette der Stadt verwebt. Das sich im Tagesverlauf verändernde Licht erzeugt im Inneren ein ständig wanderndes Schattenmuster; dadurch wird die Oberfläche von einer statischen Hülle zu einer lebendigen Fläche, die zu unterschiedlichen Tageszeiten unterschiedlich wahrgenommen wird. In Verbindung mit der nächtlichen Beleuchtung verleihen dieselben Motive dem Gebäude eine Landmarkenwirkung, die es von der umgebenden Wohnbebauung abhebt, ohne ihr fremd zu wirken.
Programm und gesellschaftliche Resonanz
Die innere Organisation des Zentrums wurde für ein Lernmodell konzipiert, das sich über zwölf unterschiedliche Bereiche erstreckt: von Geoinformationssystemen und Kartenkompetenz über Cybersicherheit, von unbemannten Flugsystemen und Mechatronik über Mode- und Schmuckdesign, von Musik und Kalligrafie bis zu Geschichte und Rhetorik-Werkstätten. Diese Vielfalt findet ihre Entsprechung im Grundriss: Jede Werkstatt ist als eigenständige Einheit in ihrem eigenen Maßstab definiert, während die gemeinsamen Clubbereiche und der Mehrzwecksaal unterschiedliche Altersgruppen und Disziplinen unter einem Dach zusammenführen.
Das Zentrum ist seit 2022 in aktiver Nutzung und hat bislang Tausende von Schülerinnen und Schülern erreicht; in den Sommermonaten öffnet sich das Programm auch für Erwachsene und erweitert damit die Nutzung des Gebäudes auf das gesamte Jahr. Die offizielle Eröffnung fand mit einer breiten protokollarischen Beteiligung statt, an der auch der Minister für Nationale Bildung teilnahm; nach der Fertigstellung fand das Projekt anhaltendes Echo in der nationalen und lokalen Presse. Dieses Interesse zeigt, dass das Gebäude nicht nur eine Bildungseinrichtung ist, sondern zu einem öffentlichen Bezugspunkt geworden ist, der zur Identität des Bezirks gehört.
Das Selçuklu Gelişim ve Teknoloji Merkezi steht beispielhaft dafür, wie Maßstab und Intimität, Monumentalität und Alltagsnutzung innerhalb eines einzigen Baukörpers zusammenfinden können. Dieses Gleichgewicht wird heute täglich von Hunderten jungen Menschen und Nutzern aus der Region auf die Probe gestellt.
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